Heute hat meine Endoprothese zwischen L5 und S1 Geburtstag. Auf den Tag genau vor zwei Jahren war die Operation. Genau die Operation in die ich all meine Hoffnungen gesetzt hatte. Höhen und Tiefen habe ich in den vergangenen zwei Jahren durchlebt. Zu Beginn, – gleich nach der Operation sehr viele Tiefen, – jetzt mit der Zeit aber deutlich mehr Höhen.
Nicht das Allheilmittel
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal alle Wirbelsäulenpatienten darauf hinweisen, dass so eine Prothese sicherlich die bessere Entscheidung gegenüber einer drohenden Versteifung ist. Aber so wie vor dem Prolaps wird es nicht mehr. Zu aller erst ist es ein langer Weg. Schmerzfreiheit stellt sich zu Beginn ein, da eine Ursache für den Schmerz durch das Implantat beseitigt ist. Doch nach einiger Zeit treten neue und andere Schmerzen auf. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern die Erfahrungen von etwa 30 Patienten mit Endoprothesen in der Wirbelsäule. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen E-Mails die ich in den vergangenen zwei Jahren erhalten habe.
Metall im Körper
Immer daran denken, man hat da ein Stück Metall im Körper, und der Rückenwirbel soll mit diesem Metall verwachsen. Bei plötzlichen Temperaturschwankungen berichten doch nahezu alle die mir geschrieben haben, als auch ich selbst, von auftretenden Schmerzen. Bei mir treten diese Schmerzen auf, wenn die Temperaturen über die 24 – 25° Celsius steigen.
Der Heilungsprozeß ist eben nicht dann abgeschlossen wenn die äußerlichen Wunden verheilt sind. Ich selbst laboriere noch immer mit plötzlich auftretenden Schmerzen. Ob das durch die Nervenschädigungen ausgelöst wird kann leider niemand so genau sagen. Trotzdem bin ich seit geraumer Zeit der Meinung das die Entscheidung für die Endoprothesen grundsätzlich die richtige war. Der Zustand stabilisiert sich, und es ist ein sehr langer Weg mit ganz vielen kleinen Schritten.
Alternative?
Die Alternative wäre nur die Versteifung gewesen. Auch dabei kommt Metall in den Körper. Auch dabei werden Schrauben in die Rückenwirbel geschraubt und somit eine ähnliche Situation geschaffen. Die Beweglichkeit wäre aber eingeschränkt und die Torsionsbelastung über bzw. unter der Versteifung deutlich höher. So meistere ich die gesundheitlichen Herausforderungen und bin in der Lage mein Unternehmen zu organisieren und die Kundenaufträge durchzuführen.
Wenn der Heilungsvorgang in den kommenden Monaten weiterhin positiv verläuft wird es vielleicht ein wenig so, wie vor meinem Bandscheibenvorfall im Jahre 1996.
Schauen wir einmal!
Die Zeit heilt alle Wunden, so lautet ein Sprichwort. Auch in meinem Fall hat es lange gedauert, bis sich eine Verbesserung eingestellt hat, und doch muss man immer damit rechnen, das sich eine ganz neue (Schmerz)-Situation einstellt. Wochenlang bereitete mir das Sitzen einige Probleme. Doch dann von einem auf den anderen Tag kann ich ganz plötzlich problemlos mehrere Stunden ohne Probleme sitzen. Dafür ist es mit dem Liegen ein wenig schlechter geworden.
Ich hoffe das die hohen Temperaturen des Sommers nun langsam zu Ende gehen. Das ist für meine Schmerzsituation hoffentlich von Vorteil. Ich wünsche allen Rückenpatienten alles Gute. Seinen Sie skeptisch und auch aufgeschlossen für mögliche Behandlungs- oder Heilungsmethoden. Rechnen Sie bei einer Implantation einer Endoprothese mit Komplikationen und einen durchaus längeren Heilungsprozess als die Fachärzte prognostizieren.
Sie haben gute Erfahrungen mit einem Facharzt oder Fachklinik gemacht? Dann tragen Sie den Arzt oder die Klinik in mein Verzeichnis ein, damit auch andere Rückenpatienten von Ihren positiven Erfahrungen profitieren können. Den richtigen Arzt zu finden ist manchmal nicht so ganz einfach, – da ist man für einen guten Tipp dankbar.



























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