Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Der November zeigt sich nun von seiner ganz anderen Seite. Ganz viel Sonne sorgt noch für das Glückshormon Serotonin. Ganz entgegen der Meinung, dunkler und grauer November zeigt uns das Wetter, dass auf alles Verlass ist, – außer auf das Wetter. Ich pendele also jeden Tag nach Hannover. Und das mit der S-Bahn. Wenn nicht wieder einmal nur ein Wagen zur Verfügung gestellt wird, kann man früh morgens herrlich aus dem Fenster sehen. Und dann geht die Sonne auf, und auf den Feldern liegen noch einige Nebelschwaden und der Wald ist ganz bunt gefärbt. So kann der Tag beginnen. In Hannover angekommen setze ich dann meine Sonnenbrille auf, und gehe durch die herrlich klare Luft zu meiner Wirkungsstätte. Völlig ohne Hektik beginnt so ein wunderbarer Arbeitstag. – Meistens.
Viehtransport
In der vergangenen Woche scheinen der Bahn die Wagons abhanden gekommen zu sein. Statt drei Wagen stand nur einer zur Verfügung. 6 von 10 Fahrten mutierten dann zu Viehtransporten. – Obwohl ich kann mich an ein Gesetz erinnern, dass bei Tiertransporten eine Mindestquadratmeterzahl an Platz pro Tier vorschreibt. – Das habe ich vermisst. – Also jetzt mal im Ernst, das ist eine Zumutung. Passagiere in Weetzen konnten nicht mehr einsteigen, – so überfüllt war die S-Bahn.
Meine liebe Bahn. Ich zahle einen nicht geringen Betrag für meine Monatskarte. Diese Bedingungen sind unmenschlich und nicht zumutbar.
Sofort abstellen!
Da muss ganz schnell eine befriedigende Lösungen gefunden werden. Das hat mit kundenorientierter Dienstleistung nicht das geringste zu tun. Nun will ich aber wieder zurück zu meiner Kernaussage kommen. Ich habe mir ein Buch gekauft! Toll werden jetzt einige Leute sagen, – und darüber schreibt der hier? Also ich habe jedes Jahr ganz viele Bücher gekauft. Das waren immer Fachbücher. Ich habe meist 500 – 600 Euro je Jahr für Fachliteratur ausgegeben. In der vergangenen Woche habe ich mir aber ein "normales" Buch gekauft. – Kein Hörbuch, das ist ja auch wieder so eine neue Mode. Die Leute sind zu faul selbst zu lesen. Also kaufen sie sich ein Hörbuch und lassen das Buch sich vorlesen.
Nein ich habe mir die Biografie von Steve Jobs gekauft. Vielleicht ist es ja doch ein Fachbuch? Vielleicht lerne ich dort einen ganz neuen Führungsstil? Vielleicht lerne ich dadurch bessere Präsentationen von Produkten zu entwickeln? Natürlich alles nur Spinnerei. – Ich bin nicht der Apple-Jünger. Ich benutze ein MAC BookPro. Als langjähriger Dozent im grafischen Umfeld kommt man nicht an einem MAC vorbei. Er ist gut, aber ganz sicher nicht so gut wie sein Preis vermuten lässt.
Aber die Genialität dieses Mannes, die Hochs und Tiefs, – genau die sind interessant. Wie er die neuen Trends erkannt hat, – ja geprägt hat, – ja vielleicht selbst geschaffen hat. Wie er lässig mit weißen Turnschuhen, Bluejeans und dunklen Rollkragenpulli, leger die Ärmel etwas hoch geschoben und mit 3-Tage-Bart ganz locker auf der Bühne steht, und die Hardware-Revolution präsentiert. Ob es der iMac, der iPod, das iPhone oder das iPad war. Ja er hat mit dem Apple iTunes-Store das Musikgeschäft komplett revolutioniert. Jeder Song 99 Cent. – Punkt Ende.
Dann der totale Rückschlag. Krebs und das Ende naht. Trotzdem so lange es irgend ging versucht die Richtung, – seine Richtung aufrecht zu erhalten. Er hat seinen Namen in den Geschichtsbüchern verdient. Er gehört wie Bill Gates ganz sicher zu den Ikonen der EDV/IT. Steve Jobs sicherlich etwas anders als der Microsoft-Gründer, aber beide habe den wichtigen Grundstein zu unserer heutigen Informationstechnologie gelegt. Jeder für sich an einer anderen Stelle, doch beide haben unseren Alltag geprägt.
Da in der Bahn sitzt jemand und hat weiße Ohrhörer. Sofort rattert es im Hirn. iPod. – Ob das so ist? Heute gibt es auch weiße Ohrhörer für nicht Apple-Hardware. Aber die Assoziation ist sofort da. Das war Steve Jobs.
Er hat verbissen gekämpft als man ihn aus seiner eigenen Firma raus gedrängt hat. Er hat mit Pixar die Filmindustrie revolutioniert. Er hat gezeigt, dass Computeranimationen zu einem herrlichen Kinofilm taugen. Toy Story war seiner Zeit weit voraus. Heute sind diese Art von Filmen häufiger anzutreffen.
Danke Steve
Wir verdanken vieles diesem Steve Jobs. Später hat er sein Unternehmen zurückgekauft und hat gezeigt, – ich bin ein Kämpfer, schreibt mich niemals ab! Bis zuletzt hat er gegen den Krebs gekämpft. – Und doch war er nicht der unsterbliche Held. Am Ende hat er den Kampf verloren. Hat sich aber selbst eine Menge Denkmäler bereits zu Lebzeiten geschaffen.
Wenn es mir gelingt, nur ein ganz klein wenig aus der Biografie zu lernen oder zu kopieren, wenn ich dadurch der bessere Teamleiter werde, – dann war es doch ein Fachbuch. Noch herrlich schöne Tage im November. Allen Lesern und Besuchern eine schöne Zeit, bevor die Hektik der Vorweihnachtszeit Einzug hält. Lange dauert es nicht mehr.


























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