Lange Zeit war hier Funkstille. Nach meiner Rückkehr aus der stationären Rehabilitation in Bad Rothenfelde habe ich drei Monate Auszeit genommen. Nicht nur hier im Blog, – nein komplett von Allem! Zwischenzeitlich begann dann das IRENA-Programm in Hannover. Die letzten vier Termine liegen nun noch vor mir, – 20 Termine mit Anwendungen habe ich bereits abgeleistet.
Ich fühle mich meistens gut!
Wenn man konsequent ist, und das "neue Leben" akzeptiert, dann fühlt es sich nicht einmal schlecht an. Mein Herz, meine Gesundheit und meine Interessen gehen zu aller erst einmal vor. – Dann kommt eine Weile erst einmal nichts, – und dann beschäftige ich mich mit all den unwichtigen Dingen im Leben. Wenn man das beherzigt dann fühlt man sich gut.
Meine Kondition und Kraft ist in ganz winzig kleinen Schritten Tag für Tag ein klein wenig zurückgekehrt. – Nicht in der Stärke wie vor dem Infarkt, aber immerhin. Zur Zeit bringe ich auf dem Ergometer 110 Watt auf die Pedale und das für 20 Minuten bei einem Trainingspuls von 115 Schlägen/Minute. Auch meine Blutdruckwerte sind durch die Bank sehr zufriedenstellend.
Deutliche Probleme treten beim Treppe steigen oder bei stärkeren Steigungen auf. Da merke ich dann doch sehr deutlich, dass die alte Kondition nicht mehr vorhanden ist. Auch mein berufliches Leben habe ich umgestellt. Ab dem 1. Oktober 2010 habe ich meine Selbstständigkeit aufgegeben und eine leitende Position in einem seit langem befreundeten Unternehmen angenommen. Dadurch habe ich die eine oder andere organisatorische Tätigkeit, die sonst in den Abendstunden oder am Wochenende erledigt werden musste, erfolgreich ablegen können.
Es ist nicht alles Gold was glänzt!
Doch man hat natürlich dadurch auch neue Aufgabenbereiche. Was ich früher selbst organisiert und erledigt habe, ist jetzt die Aufgabe einer anderen Person. Da muss man nach dem Stand der Dinge fragen, oder aber die Richtung vorgeben damit alles reibungslos mit anderen Bereichen harmonisiert. Dadurch ergibt sich so manche E-Mail oder klärendes Gespräch, dass ich früher nicht hatte, da ich das schon automatisch selbst erledigt hatte, und somit im Bilde war.
Ich denke ich habe mich so langsam mit meinem neuen Leben arrangiert. Zuerst hatte ich noch gedacht, wie das denn wohl alles so werden sollte. Obwohl ich ja keine anstrengende körperliche Arbeiten verrichten musste, war für mich allerdings sofort klar, dass mein Leben nach dem Myokardinfarkt komplett anders gestaltet werden musste, wenn ich noch eine einigermaßen akzeptable Lebenserwartung haben wollte.
Doch nun ertappt man sich auch das eine oder andere Mal, wenn man etwas wieder tut oder etwas unterlässt, das sicherlich nicht positiv die weitere Entwicklung beeinflusst. Wenn man nicht hochkonzentriert jede Tätigkeit oder Speise in Frage stellt, schleicht sich schnell der "Schlendrian" ein. Langfristig ist das nicht gut.
Ich wünsche allen Lesern des Blogs noch einige schöne Herbsttage. All zu lange kann es nicht mehr dauern, dann kommt der Winter. Ich hoffe nicht in der Stärke und Zeitdauer wie der vergangene. – Aber ändern kann ich wir da natürlich nichts.


























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