Es ist noch stockduster draußen als ich das erste Mal erwache. Keine Ahnung wie spät es ist, – aber definitiv zu früh. Ich drehe mich noch einmal um im Krankenhausbett und nach einer ganzen Weile bin ich dann doch noch einmal eingeschlafen. Als ich durch Geräusche wach werde ist es 7:03 Uhr. Also raus aus dem Bett. Meine Zimmergenossen sind noch etwas verschlafen. Der Patient neben mir wird heute operiert. Versteifung der LWS. Er hat bereits die Vorbereitungsmedikamente eingenommen und schläft tief und fest. Nun wird er abgeholt. Als sich sein Bett in Bewegung setzt erwacht er. Wir rufen ihm noch unsere besten Wünsche hinterher.
Frühstück
Gleich gibt es Frühstück und danach ist dann Visite des Stationsarztes. Wenn man nach einer Operation ans Bett gefesselt ist, sind das so die Tageshighlights. Ich lege mich auf das Bett und nehme mir ein Fachbuch zur Hand. Lesestoff für die Tage im Krankenhaus. So lese ich Seite für Seite und die Zeit vergeht. Immer wieder werfe ich einen Blick auf die Armbanduhr. Gegen 10:45 Uhr bin ich dran. Der Eingriff wird im Operationssaal durchgeführt. Da sich natürlich die Operationen die vor meinem Termin liegen verzögern können, steht die Zeit nicht zu 100% fest. Die Facettengelenke sollen mit einem Lokalanästhetikum angespritzt werden. Danach sollte sich der Schmerz deutlich abschwächen. Zwar nur für einen kurzen Zeitraum, aber die Ärzte hätten dann die Bestätigung, dass die Facettengelenke der Auslöser für die Schmerzen sind.
Danach wird in einem weiteren Schritt eine Elektrode unter radiologischer Positionskontrolle an die Facetten gebracht, und durch Stromimpulse die verursachenden Nerven zerstört. Diese bilden sich dann nach und nach wieder zurück, sodass nach zwei Jahren der Schmerz zurückkommen könnte.
Es geht los
Es ist 9:35 Uhr als die Schwester mit dem OP-Hemd das Zimmer 3 auf Station 1 betritt. Anruf aus dem Operationssaal, es kann los gehen. Ich ziehe meine Kleidung aus und das OP-Hemd über, lege mich ins Bett und werde den Gang herunter gefahren. Am Ende von Station 2 ist der Operationsbereich. Dort angekommen wird gerade ausgeschleust. Drei Patienten haben die Operation gerade hinter sich, und werden nun auf die Überwachungsstation verlegt. Als letztes wird mein Bettnachbar heraus geschoben. Jetzt ist es soweit. Durch eine große Tür gelange ich in den Wechselbereich. Hier geht es aus dem Stationsbett auf eine Bahre. Hinter einer weiteren Tür gehen dann rechts und links die Operationssäle ab. Normalerweise ist man als Patient an dieser Stelle bereits narkotisiert und bekommt hiervon nichts mehr mit. – Ich bin bei vollem Bewusstsein und kann mir alles ganz genau ansehen und mit dem Pfleger sprechen.
Oberarzt Dr. C. und Chefarzt Dr. M. nehmen diesen Mini-Eingriff vor. Alles zusammen dauert es vielleicht 5 bis 6 Minuten und schon werde ich wieder aus dem Operationsaal heraus geschoben zurück in den Wechselbereich. Dort geht es wieder zurück ins Krankenhausbett, und Schwester B. schiebt mich retoure auf Station 1. Ich bleibe etwa 30 Minuten entspannt im Bett liegen doch dann hält mich nichts mehr.
Der Schmerz ist weg
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Vorsicht ist geboten, eventuell ist ein Bein ebenfalls ein wenig taub und gehorcht nicht so ganz. Bei mir alles okay. Wie bereits im Liegen ist auch im Stehen und beim Gehen der Schmerz verschwunden. Ich ziehe dieses OP-Hemd aus und meine Kleidung wieder an. Ich verlasse das Zimmer und gehe die Gänge entlang zum Haupteingang. – Und tatsächlich, der Schmerz ist weg und bleibt auch weg. Zumindest jetzt für kurze Zeit. Ich beantworte zwei SMS und gehe einige Minuten auf dem Klinikgelände spazieren.
Nach etwa einer Stunde geht es zurück auf das Zimmer. Zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee betritt Oberarzt Dr. C. das Zimmer und fragt nach meinem Zustand. Schmerzfrei, – dieses magische Wort beschreibt meinen Zustand. Noch immer wirkt das Medikament. Das ist der Beweis, dass die Facetten die Schmerzen verursachen. Mit den Worten “Morgen früh etwa gleiche Zeit” verlässt er auch schon wieder das Zimmer 3. Er meint damit, dass ich am Mittwoch, den 10. Dezember 2008 noch einmal in diesen Bereich gebracht werde, und dann die elektrische Verödung vorgenommen wird.
Gegen Abend kommen die Schmerzen zurück. Ganz langsam kommen sie angeschlichen. Erst kaum wahrnehmbar und dann aber doch immer stärker. Ich lasse mir wieder eine Tablette für die Nacht geben, damit ich auch schlafen kann. Mein Bettnachbar wird erst am nächsten Morgen wieder zurück auf unser Zimmer gebracht. Seine Frau holt gerade ein paar Sachen aus dem Schrank und erzählt es uns. Da er bereits eine Vorerkrankung am Herz hat, geht man auf “Nummer sicher” und behält ihn 24 Stunden auf der Überwachungsstation.
So geht dieser Tag zu Ende. Mit einem tollen Gefühl. Ich war einige Stunden ohne Schmerzen. Meine ganze Hoffnung liegt nun in dem morgigen Tag. Das Ärzteteam kann mir das schönste Geschenk bereiten – Schmerzlinderung! Mal schauen ob mein Wunsch in Erfüllung gehen wird.


























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