Die Zeit vergeht, ganz ohne Zweifel. Der tägliche Alltag aus Sorgen und Nöten, sowie den Tätigkeiten die zum Lebensunterhalt beitragen, lassen die Zeit verstreichen. Man schaut auf den Kalender und die Tage, Wochen und Monate verstreichen. Heute ist aber ein ganz besonderer Tag für mich. Es ist der 12. September.
12. September 2007 – Tag der Operation
Vor einem Jahr war der Tag gekommen. Ein Tag in den ich alle meine Hoffnung gelegt hatte. Der Tag der Operation. Seit diesem Tag ist ein Stück Metall zwischen L5 und S1. Dieses Metall ersetzt meine degenerative Bandscheibe und stellt den korrekten Abstand zwischen den Wirbelkörpern wieder her. Die LWS-Endoprothese sollte die Lösung für meine Probleme sein, sie sollte ein normales Leben und Lebensqualität wiederherstellen.
Happy birthday A-MAV
So ganz ist dieser Zustand leider noch nicht eingetreten. Obwohl die Operation gut verlaufen ist, obwohl die dann eingetretenen Komplikationen durch das Antithrombosemittel Clexane nach und nach verschwunden sind, bleibt eine Nervenschädigung zurück. Der Nerv, der so viele Jahre durch den Prolaps in Mitleidenschaft geraten ist, die Nerven die durch das Reiben der Wirbelkörper aufeinander so stark gereizt oder gar geschädigt worden sind, genau diese Nerven melden sich noch immer mit Schmerzimpulsen.
Es ist besser geworden
Doch schmerzfrei bin ich nicht. Der Schmerz ist deutlich besser zu ertragen und nicht mehr so intensiv. – Meistens. Ausnahmen bestätigen die Regel oder wie lautet das Sprichwort. Es gibt auch (wenige) Tage da bin ich nahezu schmerzfrei, – doch die große Hoffnung die ich in diese Operation gesetzt hatte, ist bisher nicht erfüllt worden.
Geduld – Die Zeit soll es richten
Es ist erst Halbzeit. Zwei Jahre haben viele Endoprothesenträger noch immer Schmerzen. Seit einiger Zeit mache ich eine Nervenregenerationstherapie mit dem Medikament Keltican N. Es soll die Regeneration der geschädigten Nerven positiv beeinflussen. Ein leichter Erfolg ist aus meiner Sicht auch zu verzeichnen.
Rückschläge
Trotzdem gibt es immer wieder Ereignisse oder Unternehmungen, die wieder einen starken Schmerz auslösen. Meist nicht sofort sondern erst, wenn ich danach wieder zur Ruhe komme oder am nächsten Morgen. Danach benötige ich viele Tage an denen nur eingeschränktes arbeiten möglich ist, bis der Schmerz wieder abklingt. Gegenüber des Sommers 2007 ist es aber deutlich besser geworden. Wenn dieser positive Aspekt also in den kommenden 12 Monaten weiterhin anhält, sollte ich am 12. September 2009 ganz sicher wieder neue positive Fortschritte berichten können.
Ich habe diesen Blog eingerichtet, um andere Wirbelsäulen-Patienten von meinem Schicksal und von meinem Heilungsprozess zu informieren. Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass der eine oder andere Endoprothesen-Träger oder -Trägerin hier ein wenig von seinen / ihren Erfahrungen berichtet.
Leider ist das nur sehr spärlich passiert. Einige Emails habe ich erhalten, doch leider war bislang niemand dabei, der auch mal einen kleinen Erfahrungsbericht hier veröffentlichen wollte.
Aufruf
Darum hier noch einmal der Aufruf an alle Wirbelsäulen-Patienten mit oder ohne Prothese, mit oder ohne Prolaps. Wie sind eure Erfahrungen, Ängste, Nöte, Hoffnungen und Gefühle? Schreibt mir per Email, und wer möchte erhält hier einen Benutzer-Zugang und kann dann eigene Beiträge verfassen. Wer keine Erfahrung mit einem Weblog hat, wird von mir intensiv mit Rat und Tat unterstützt.
Natürlich kann auch die Kommentar-Funktion benutzt werden oder ein Gästebuch-Eintrag verfasst werden. Vielleicht wird dadurch langfristig der Mitmach-Blog realisiert, den ich mir vor mehr als einem Jahr vorgestellt hatte.


























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