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Endlich spielte das Wetter mit. Sonne – Wärme – Gashand juckt – Saisonstart 2008. Andere Biker waren schon lange vor mir in die neue Saison gestartet.
Ich hatte entweder keine Zeit oder aber nicht den Mut es zu versuchen. Doch heute hielt mich dann doch nichts mehr.
Die Batterie hatte am Ladegerät überwintert und war randvoll. Ich klemmte sie mir unter den Arm und öffnete das Garagentor. Da stand sie, die BMW K1100 RS 16V, und wartete nur darauf von mir zum Leben erweckt zu werden. Ich schob sie aus der Garage. Seit September des letzten Jahres, kurz bevor ich ins Helios Seehospital nach Sahlenburg zur Prothesen-Operation musste, war sie hier “eingemottet”.
Sitzbank hochklappen und rechtes Verkleidung öffnen
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Mit ein wenig Polfett an den Anschlüßen der Batterie kommt sie wieder an ihren Platz. Danach kommt eine Halteplatte zur Fixierung oben drauf. Zwei lange Schrauben sorgen für den festen Sitz. Nun wird der Masseanschluss angeschraubt und danach der Pluspol. Zu guter Letzt wird das Motorsteuergerät auf die Halteplatte gesteckt und mit einer Inbusschraube fixiert. Nun nur noch den breiten Stecker an das Steuergerät und nun würde Paul Teutuls sen. von Orange County Choppers sagen:
… fired it up!
Also Schlüssel auf “Zündung an”, Choke auf Start, Starterknopf gedrückt und – leise faucht der Motor nach zwei Starterumdrehungen los, als hätte ich ihn erst vor wenigen Minuten abgestellt. Sie läuft! Einige wenige kurze Gasstöße nimmt der Motor sofort und ohne sich zu verschlucken an. Ich überprüfe die komplette Beleuchtungsanlage, setze die kleine Seitenverkleidung unterhalb der Sitzbank wieder ein, und klappe die Sitzbank wieder herunter. Die Verkleidung, der Lenker, die Spiegel und die Instrumente werden von ein wenig Staub befreit.
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Also ab in die Mottorradklamotten. Jetzt geht es wirklich los. Zuerst führt mich mein Weg zur nächsten Tankstelle um den Luftdruck der Bereifung zu überprüfen. Erfahrungsgemäß verliert der Reifen etwa 0,5 Bar über den Winter. Da ich vor der Winterpause den Luftdruck entsprechend erhöht habe, sollte es jetzt stimmen.
Nach dem Kurz-Boxenstopp geht die erste Tour des Jahres 2008 nun endlich los. Die Sonne scheint und das Thermometer zeigt 24° C. Langsam und allmälig bekomme ich das “Feeling” zurück. Ich wähle kleine Nebenstraßen mit wenig Verkehr. Dort macht das fahren meist auch mehr Spaß, da dort die Verbindung zwischen zwei Orten nicht eine kurze Gerade bildet, sondern wunderbare Kurven entstanden sind.
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Mit jeder Kurve und mit jedem Kilometer wird die Fahrt runder und gleichmäßiger. Das Fahrgefühl muss halt wieder zurückkehren und außerdem die Feststellung, das das fahren auf dem Motorrad ohne Einschränkung mit der Lendenwirbel-Bandscheibenprothese möglich ist.
Heute scheinen wirklich alle Biker das Motorrad aus der Garage geholt zu haben. Auch auf diesen einsamen Nebenstrecken sind viele Motorräder unterwegs. Vom Supersportler über Sporttourer, Tourer und Chopper, Streetfighter und Enduro. Man nutzt halt das schöne Wetter sowie die Freizeit am Sonntag für das Hobby voll aus.
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Immer wieder stoßen andere Fahrerinnen und Fahrer zu mir, bzw. ich zu ihnen. Dann fährt man gemeinsam ein Stück, bis die geplante Route halt wieder unterschiedlich verläuft. Hier im Weserbergland und der näheren Umgebung findet man viele sehr schöne Strecken für das Hobby auf dem Motorrad.
Und wenn in ein paar Monaten das Quecksilber noch höher steigt, und es ein wenig stickig unter dem Integralhelm wird, dann findet man auch unzählige Tourenverläufe die durch herrlich schattige Wälder führen. Dort bringt dann angenehme Kühle eine wohltuende Erfrischung.
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Die Strecken hier im Weserbergland, im angrenzenden Solling, Vogler und Reinhardswald, natürlich im nahen Harz und Sauerland, mit ihren vielen schönen Kurven, laden zu gemütlichen Genießertouren ein.
Immer wieder findet man ein schönes Ausflugslokal am Rande der Strecke. Dort kann man bei einem Kaffee oder einem Mineralwasser Benzingespräche führen.
Und doch sind diese Strecken nur die Light-Version. Wer nichts anderes kennt wird dieser Aussage sicherlich widersprechen. Motorradfahrer aus der Heide oder von der Küste sind hier bei uns schon in Hochstimmung.
Alpenpässe – eine ganz andere Liga
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Doch wer wirklich die schönsten Kurven erleben möchte, der muss in die Alpen reisen. Ich werde niemals die unzähligen Urlaube in den Alpen vergessen. Wenn wir die Berge in Serpentinen hinauf und wieder herunter gefahren sind.
In Bayern, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien. Trotz der für uns doch langen Anreise lohnt sich jeder Aufwand. Man muss allerdings körperlich fit sein und eine entsprechende Kondition besitzen, damit der Herausforderung gewachsen ist.
Ich merke am heutigen Tag nach etwa 100 km und zweistündiger Tour, das meine Prothese in der Lendenwirbelsäule hervorragend arbeitet. Ich bin uneingeschränkt beweglich, die leichten Vibrationen und Schläge führen zu keinen Schmerzen. Also warte ich auf die nächsten schönen Tage um mich wieder mit der Fahrphysik vertraut zu machen, und die Fahrsicherheit zurück zu erlangen.
Ich wünsche allen Motorradfahrerinnen und -fahrern allzeit gute Fahrt. Fahrt mit Köpfchen und besonnen, damit ihr immer heil und gesund nach Hause zurück kehrt.
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Den Autofahrern an dieser Stelle sei gesagt, – bitte einfach öfter einmal benutzen – den Rückspiegel!
Allen eine gute Saison.



































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