Ja wenn das Liegen nicht wär’, dann wäre mein Zustand absolut vorzüglich. In den letzten Tagen und Wochen wurde die Bandscheibenendoprothese auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Ich hatte viel bei Kunden vor Ort zu tun. Morgens um 6:00 Uhr fuhr ich aus dem Haus, Abends gegen 19:00 – 20:00 Uhr kehrte ich erst wieder zurück. Dabei waren 3 – 5 Stunden Autofahrt enthalten und 8 Stunden Arbeitszeit beim Kunden.
Bis auf kurze Momente in denen ein ganz leichtes Ziehen im Rücken zu verspüren war, konnte ich völlig unbeeinflusst von Schmerzen hochkonzentriert arbeiten. Seit der letzten Woche überarbeite ich eine Internetseite eines deutschen Softwarehersteller, stelle auf ein Content Management System um, und sorge dafür, dass die Seite besser “gefunden” wird. SEO – Suchmaschinenoptimierung wie man heute so schön sagt. Auch bei diesen Arbeiten kein Problem. Keine Schmerzen – so hatte ich mir es sehnlichst erhoft, als ich mich für die Bandscheibenendoprothese entschieden hatte.
Wo Licht ist, ist auch Schatten!
Wenn, – ja wenn das Liegen nicht wäre. Das ist nicht wirklich schön. Kurz vor der Operation im vergangenen Jahr, wechselte mein Zustand. Bis dahin konnte ich sehr gut Liegen. Wenn ich sehr starke Schmerzen hatte, legte ich mich hin, und arbeitete mit dem Laptop im Liegen. Nach kurzer Zeit ging der Schmerzpegel langsam zurück und man konnte es besser aushalten. Doch dann, – etwa vier Wochen vor dem OP-Termin kam die Veränderung. Ich konnte nicht mehr Liegen. Im Liegen wurde der Schmerz nicht geringer. Nachts wurde ich vor Schmerzen wach und konnte nicht mehr schlafen.
So ist es heute noch immer.
Mein Zustand jetzt ist im Stehen, Gehen, Sitzen ganz wunderbar schmerzfrei. Doch wenn ich mich hinlege, kommen nach etwa 30 – 40 Minuten starke Schmerzen. Sobald ich dann wieder aufstehe, sind sie schlagartig verschwunden. Somit schlafe ich meist in mehreren Etappen. Ich muss müde sein, wenn ich zu Bett gehe. Binnen 30 Minuten muss ich eingeschlafen sein, sonst habe ich keine Chance. Gegen 2:00 Uhr werde ich wach, starke Schmerzen belasten den Schlaf, dann stehe ich auf um nach 15 – 20 Minuten Spaziergang in der dunklen Wohnung wieder zurück ins Bett zu gehen.
Der nächste Schlafstop ist dann gegen 4:00 Uhr. Wenn ich nicht um 6:00 Uhr aus dem Haus muss, geht das Spielchen noch einmal los. 15 – 20 Minuten Bewegung, – dann zurück ins Bett, und weiterschlafen bis ca. 6:30 Uhr. Doch dann hält mich nichts mehr im Bett. Welche Wohltat es sein kann aufzustehen und den Tag zu beginnen.
Ein neues Bett?
In den vergangenen Wochen habe ich dann einiges probiert. Anderer Lattenrost, andere Matratze und auch anderes Kopfkissen. – alles ohne wirkliche Veränderung der Situation. So werde ich wohl noch einmal die Spezialisten konsultieren müssen, ob es noch eine Möglichkeit gibt, den jetzigen Zustand langfristig zu verbessern. Vielleicht braucht es aber einfach noch Zeit.
Zeit heilt alle Wunden?
Mein Hausarzt kann von Patienten mit Endoprothesen in der Hüfte oder im Knie berichten, bei denen wiederkehrende Schmerzen bis zu 12 Monaten nach der OP zur Tagesordnung gehörten. Vielleicht muss ich mich noch ein wenig in Geduld üben, – vielleicht wird das ja noch.
So stürze ich mich in den nächsten Kundenauftrag. Ein großes Schulungsprojekt bei einem Kunden in Hessen. Unter Tage ist es ja bereits ganz hervorragend. Die Situation hat sich deutlich verbessert.
Wenn nur das Liegen nicht wäre! – Man kann nicht alles auf einmal haben!



























![Validate my RSS feed [Valid RSS]](http://www.lws-blog.de/images/valid-rss.png)
