Routine beherrscht den Tagesablauf. Einiges war liegen geblieben in den letzten Wochen. Einiges muss organisiert werden. Der gestrige Tag war so ein Tag. Abgeschlossene Projekte und Aufträge mussten abgerechnet werden, die Buchhaltung bedarf einiger prüfenden Blicke, Anfragen von Kunden wurden abgearbeitet, Angebote mussten erstellt werden, Terminreservierungswünsche vermerken. Gerade als ich für einen Neukunden den Ist-Zustand seiner Internetseite analysiere schleicht er sich an.
Ganz vorsichtig und auf leisen Sohlen kommt er immer näher und hat sich auch schon eingenistet. Ich brauche ihn nicht, – will ihn wirklich nicht haben. So viele Jahre war er ein ungewollter, – aber ständiger Begleiter. Er hätte von mir aus weg bleiben können. So war ja schließlich der Plan. Auf meine Wünsche scheint er aber nicht im geringsten Rücksicht zu nehmen.
Der Schmerz ist zurück
Ich verspüre ein zuerst ganz leichtes Stechen in meiner Lendenwirbelsäule. Die beiden Rückenwirbel, L5 und L4, die gerade mit der Bandscheibenprothese aus Titan verwachsen müssen, damit alles stabil und wie eine Einheit wird, sie schmerzen! Ich schiebe den Gedanken beiseite und ignoriere den Zustand. Abgelenkt durch die Tätigkeiten nehme ich ihn dann auch nicht mehr wahr. Die Zeit vergeht und die Zubereitung des Abendessens steht an. Gegen 21:00 Uhr meldet er sich dann aber mit Nachdruck und in bestimmender Intensität vollends zurück. Nicht nur der Rücken ist nun betroffen, auch der obere Teil des Unterschenkels bis hinauf zum Oberschenkel melden sich stark schmerzend zurück.
Wie waren die letzten paar Tage doch erholsam. Welch neue Lebensqualität hatte ich erhalten. Nach dem Zubett gehen schlafe ich dann aber trotz der Schmerzen ein. – Bis 4:07 Uhr gelingt es mir zu schlafen. Dann ist es vorbei. Es ist aus und vorbei!
Nach dem Aufstehen gehe ich wieder einmal durch die stockdunkle Wohnung. Nach wenigen Minuten verschwinden die Schmerzen in den Beinen. Hauptsächlich ist eh nur das linke Bein betroffen. Gegen 4:30 Uhr lege ich mich ganz leise wieder ins Bett. Ich döse so vor mich hin. Schlafen kann man das nun wirklich nicht nennen. Immer wieder werde ich wach. Als Jasmin gegen 5:30 Uhr aufsteht, hält auch mich nichts mehr im Bett.
Den Tag beginnen mit dem ungewollten Begleiter
So beginnt der heutige Tag mit höchst unangenehmen Schmerzen. Nach wiederholter Bewegung sind die Schmerzen im linken Bein dann einigermaßen erträglich. Der Rücken schmerzt noch immer. Jetzt konzentriere ich mich wieder auf die anstehenden Routinearbeiten. Vielleicht sorgt diese Ablenkung für ein gemindertes Schmerzempfinden. Zuerst auch mit Erfolg, – später dann leider nicht mehr.
Da ist er also wieder, – mein so verhasster Begleiter. Noch immer kein langfristiger Erfolg. Noch immer beherrscht mich dieser Dämon. Wenn ich ihn doch nur irgendwie erfolgreich abschütteln könnte. Was wäre das schön.
Ich will die Schmerzen nicht mehr haben. Geh endlich weg von mir. Vielleicht helfen ja diese Zeilen wieder für ein paar Minuten ihn nicht so intensiv zu registrieren. – Den Schmerz!



























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