![]() |
Nun kommt er also wieder, – der Alltag. Seit einigen Tagen bin ich schmerzfrei. Es kam ganz schlagartig, ganz einfach über Nacht. Genau passend zu den kommenden Aufträgen. Kundenprojekte und -aufträge die von zu Hause realisierbar sind, kann man auch mit Schmerzen irgendwie hinbekommen. Bei Aufträgen außer Haus mit Teilnehmern kann man aber nichts verschleiern. Da muss man fit sein und gut “drauf”. 50% machen das Fachwissen aus, – die anderen 50% sind Entertainment und Rhetorik. Ohne Schmerzen ist man dann einfach lockerer und natürlicher. Das merken die Teilnehmer nach wenigen Minuten.
Es geht wieder los
![]() |
So bereite ich das Software-Training für einen guten Kunden vor. Das Thema vermittele ich sicherlich so 20 Mal im Jahr. Trotzdem ist jedes Seminar anders. Als Trainer muss man in den ersten Minuten erkennen, wie die Teilnehmer zu packen und zu begeistern sind. Wenn ich in den ersten 30 Minuten nicht den “Draht” zu den Teilnehmern gefunden habe, aus den Reaktionen und der Körpersprache kein passendes Konzept für den Kurs entwickelt habe, dann habe ich verloren. Das holt man mit nichts wieder auf. Daher ist die eigene Verfassung in dieser Zeit enorm wichtig.
Ohne Schmerzen geht es viel besser
Jeder wird da ganz sicher verstehen, dass einem diese Aufgabe ohne Schmerzen leichter und besser von der Hand gehen wird. Die letzten Vorbereitungen treffe ich am Sonntag Abend. Am Nachmittag hatte ich die eine oder andere Funktion die bei den Übungsdateien von Nöten ist, noch einmal in aller Ruhe durchgearbeitet. Die Schulungsdateien habe ich von meinem Firmenserver auf einen USB-Stick kopiert, die Details zu den Teilnehmern sowie dem Schulungsort als Ausdruck nebst Laptop in meine Tasche gepackt und zu guter Letzt noch einmal die Auftragsunterlagen durchgesehen, damit ich ja nichts übersehe. So sollte ich optimal vorbereitet das zweitägige Seminar realisieren können.
Montag – 1 Trainingstag
Dieser Tag beginnt um 4:40 Uhr in der Früh’. Für einige Menschen sicherlich ein grauenvoller Gedanke um diese Zeit aufzustehen, – mir macht das nicht. Nach einem kurzen Zwischenstop im Büro mache ich mich gegen 6:30 Uhr mit dem PKW auf den Weg. Es ist noch dunkel, doch der Tag beginnt ganz vorsichtig über den Horizont zu schielen. Sehr zögerlich beginnt der Himmel ganz geringfügig heller zu erscheinen als die direkt vor mir liegende Landschaft. Kurz nachdem ich Bösingfeld hinter mir gelassen habe, und Linderhofe links von mir vorbei gezogen ist, passiert es dann.
Die Sonne geht auf
![]() |
Welch ein Anblick an diesem Morgen. Rot leuchtend läutet die Sonne den beginnenden Tag ein. Wenn ein Tag so beginnt, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. 45 Minuten vor Seminarbeginn erreiche ich das Schulungscenter. Routinearbeiten sind noch zu erledigen.
Wie im Fluge vergeht dieser Tag. Die zwei weiblichen und drei männlichen Teilnehmer sind ganz locker drauf. In einem durchaus unterhaltsamen Stil gelingt es mir, die geforderten Seminarinhalte in lockerer Form zu vermitteln.
Eh’ man sich versieht liegt der Arbeitstag hinter mir. Die Fahrt nach Hause gestaltet sich dann allerdings etwas zäh. Um diese Zeit wollen halt auch noch andere PKWs den Ort Bielefeld verlassen. So geht es nur im Schneckentempo voran.
Etwas müde und geschafft erreiche ich mein Zuhause. Da ich den ganzen Tag nicht im Büro war, liegt nun noch die eine oder andere Aufgabe an. Gegen 21:00 Uhr ist es dann so weit.
Feierabend
Ein neuer Tag liegt vor mir. Der zweite Seminartag. An diesem Morgen sieht die Welt ein klein wenig anders aus. Die Strassen sind dunkel von dem feuchtem Asphalt. Immer wieder fallen ein paar Regentropfen. Auf dem Weg von Lemgo über die Ostwestfalen Strasse in Richtung Bielefeld fällt dieser unangenehmer Nieselregen. Die Sonne? Heute Morgen fehlt jede Spur von ihr. Doch dieser Tag, der so viel unfreundlicher und ungemüdlicher angefangen hat, entwickelt sich dann ebenfalls zu einem angenehmen Arbeitstag. Als das Seminar zu Ende geht bemerke ich es eigentlich erst richtig.
Der Schmerz ist weg
![]() |
Als ich im Jahre 1998 im Bereich der Erwachsenenbildung als Lehrgangsleiter tätig wurde hatte ich sie schon, – meine Schmerzen die durch den Bandscheibenvorfall verursacht wurden. Seit dem Jahre 1996 gab es höchstens im Zeitraum von Januar 2004 bis Juli 2004 so etwas wie Schmerzfreiheit.
Und nun hat der Alltag mich bereits so schnell und intensiv eingeholt, dass mir ein ganz nicht alltäglicher Zustand noch gar nicht aufgefallen ist.
Ich bin schmerzfrei – welch ein Wohltat. Was ist das für ein schönes Arbeiten. Wie viel einfacher gestaltet sich meine berufliche Tätigkeit so ganz “ohne”.
Nur durch ein kleines Teil aus Titan. Der Bandscheibenprothese. Sie ersetzt mein Bandscheibengewebe im Bereich L5. Sie tut ihre Arbeit ohne das es mir auffällt. Ich kann mich ganz normal bewegen, spüre bei der Bewegung auch nicht wie sich das Metall aufeinander bewegt.
Hoffentlich bleibt das alles ganz viele Jahre so. Ich wünsche es mir wirklich von ganzem Herzen. Welch eine neue Lebensqualität.
Mein ganz großer Dank geht in diesem Moment an das gesamte Ärzte-, Spezialisten-, Pflege- und Helferteam im Helios Seehospital in Sahlenburg. Ohne sie sehe es aktuell ganz anders aus.
Vielen herzlichen Dank an alle, – ganz besonders an Chefarzt Dr. M.































![Validate my RSS feed [Valid RSS]](http://www.lws-blog.de/images/valid-rss.png)
