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Der heutige Tag beginnt dunkel, feucht, nass, kalt und trübe. Passend zu meinem Zustand der letzten zwei Tage.
Der November ist da!
Bereits gestern hatte ich mir vorgenommen wieder ein paar Zeilen zu schreiben. – Doch ich war einfach dafür nicht “drauf”. Ganz schwierig waren die letzten beiden Tage.
Es geht immer weiter abwärts
Mein Zustand hatte sich kontinuierlich verschlechtert. Bereits am Mittwoch fielen mir die Schritte sehr schwer. Jeder Schritt schmerzte in der linken Fußsohle. Bereits eine Socke am Fuß war nicht auszuhalten. Selbst beim Liegen hatte ich den Eindruck ein Feuerameisenstaat würde über meine linke Fußsohle herfallen. Gestern aber wurde es nur noch unerträglicher. Einen Schuh zu tragen war völlig unmöglich. Der brennende Schmerz zog zur Hälfte bereits in den Unterschenkel. Der Schmerz gräbt sich immer tiefer in meine Gehirnwindungen. Einen klaren Gedanken zu fassen ist beinahe unmöglich.
Titanallergie?
Wenn diese Nervenschädigung durch die lange Verabreichung von Clexane herrühren soll, dann müsste der Zustand doch so ganz langsam besser werden. Okay, der Neurologe sagte bereits, dass er keine Aussage über den Regenerationsprozess geben könnte. 6 Tage – 6 Wochen – 6 Monate – 6 Jahre oder NIE! Doch zur Zeit wird der Zustand sogar noch schlechter. Noch immer steht die andere Möglichkeit im Raum – eine Titanallergie!
Der Super GAU!
Was wenn mein Körper die hervorragende medizinische Errungenschaft aus Titan, – meine Bandscheibenendoprothese -, extrem leicht, extrem widerstandfähig, extrem verträglich, einfach nicht in sich haben will? Kommt dadurch diese Entwicklung? Das Clexane sollte doch langsam vom Körper abgebaut sein. Langsam sollte die dadurch bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Nerven im Fuß, den Zustand verbessern und nicht noch weiter verschlechtern! Es kann nur die Allergie auf Titan sein.
Also muss die Prothese wieder entfernt werden?
Das würde allerdings bedeuten, dass der große Hoffnungsträger wieder aus meinem Körper entfernt werden müsste. Ich darf nicht weiter darüber nachdenken. Das wäre die Katastrophe! Über all das wollte ich also aber heute endlich etwas schreiben. Ein depressive Grundstimmung beherrschte die letzten zwei Tage.
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Als ich also an diesem Novembertag aufstehe, man erwartet ja bereits den starken Schmerz wenn man den linken Fuß belastet, passiert es! – Nichts!
Was ist denn jetzt los? Okay nach den ersten Schritten wird das Schreckgespenst zurückkehren. – Nichts!
Was ist hier los?
Ich kann es nicht glauben. Der Fuß schmerzt kein bisschen. Kein kribbeln kein überhaupt nichts. So beginne ich den Tag. Die Morgentoilette im Bad. Immer noch nichts!
Die Tageszeitung mit einer Tasse Kaffee geniessen. Nichts! Ich fahre den Desktop-PC hoch. Die Firmenemails checken. Nichts! Nun massiere ich die Fußsohlen mit dem Igelball und massiere das Beinwel-Gel in die Fußsohlen ein. Es ist Freitag, da stehen die Wochenendeinkäufe an. Morgen soll es Wildhase mit Poree und Tagliatella geben.
Ob ich den Halbschuh probieren soll?
Wenn es heute so fantastisch ist, könnte ich ja statt der ultrabequemen Wanderschuhe nach langer Zeit wieder einmal die Halbschuhe anziehen. Die ich schon so lange nicht an meinem linken Fuß ertragen konnte. Ich ziehe die Schuhe an, trage den Korb zum PKW in der Garage. – Nichts!
Es ist wirklich unfassbar. Nach zwei Katastrophentagen der nächste Schock!
Der Schmerz in weg
Nun nimmt der Tag eine unvorhergesehende Wendung. Ganz plötzlich hat sich das Bild komplett gewendet. Ich bin obenauf. Sollte es nun endlich nach so vielen Tagen mit Schmerzen der Durchbruch sein? Endlich ein Tag zum wirklichen geniessen. Endlich die Besserung. Als ich so durch den Supermarkt schlendere kommt da von ganz hinten aus einer Gehirnwindung der Gedanke. – Hoffentlich bleibt das auch so!
Natürlich ist das ein berechtigter Gedanke. 11 Jahre liegen hinter mir. Schmerzen, Behandlungen, Untersuchungen, Hoffnungen und die immer wieder auftretende Ernüchterung, dass es nichts gebracht hat. Diese Prothese aus Metall, die meine kaputte Bandscheibe ersetzt, sie war meine ganz große (letzte) Hoffnung. Auch sie war mit ganz vielen Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen verbunden. (inkl. Operationsrisiken)
Sie sollte einen neuen Lebensabschnitt einläuten. Mit ihr sollte ich neue Lebensqualität erhalten. Bis gestern schien es nicht so. Heute allerdings sieht es ganz stark danach aus, als ob es endlich geschafft ist. Neuer Mut, neue Kraft, neue Hoffnung und ganz neue Lust am Leben. Die kann ich sehr gut gebrauchen. Auch um meine Mutter zu unterstützen, denn sie hat es sehr schwer, – mit dem Zustand meines Vaters. Doch auch hier schöpfen wir in den kommenden Tagen neue Hoffnung. Eine Reha-Maßnahme steht für ihn an. Damit die neurologischen Defizite seines Durchgangssyndrom gemildert werden sollen. Vielleicht wird auch da die Welt in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten ganz anders aussehen.
So wie bei mir, – heute -, 51 Tage nach der Implantation der Prothese in meine Lendenwirbelsäule.




























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