Gestern war mein Besuch beim Neurologen. Nachdem er sich meine Krankengeschichte in Kurzform angehört hatte, wurden meine Nervenströme in den Fußsohlen gemessen. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Nerven in den Fußsohlen gereizt seien. Diese Reizung könnte mehrere Ursachen haben.
Postoperatives Narbengewebe
Er kann es nicht grundsätzlich ausschließen, doch die Tatsache, dass die vom Hausarzt verordneten Schmerzmittel keinerlei Wirkung zeigten, spräche gegen Narbengewebe. – Das ist ja schon einmal positiv.
Clexane?
Ich hatte bereits vor zwei Wochen den Eindruck, dass ca. 45 – 60 Minuten nach der subkutanen Injektion von Clexane 40 mg ein Schmerz in den Beinen auftrat. Mein Hausarzt brachte meine Beobachtung allerdings nicht mit den möglichen Nebenwirkungen der Thromboseprophylaxe in Verbindung. Der Neurologe sieht hierbei allerdings eine mögliche Ursache und gab die Empfehlung das Clexane sofort abzusetzen. – In zwei Tagen wäre der Behandlungszeitraum eh zu Ende. Meine selbst heraus gefundene Therapie, Fußsohlen kühlen, mit dem Igelball massieren und mit Schmerzgel einreiben soll ich weiter fort führen. Außerdem sollte ich mit der Einnahme von Vitamin B5 die Nervenregeneration unterstützen.
Über die genau Verordnung werde ich in ein paar Tagen berichten, wenn eine Tendenz absehbar ist. Sollte sich in den nächsten Tagen keine Veränderung einstellen, soll ich noch einmal beim Neurologen vorstellig werden.
Der Herbst ist da
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Also machte ich mich auf den Weg zurück nach Hause. Es war mir in den letzten Wochen noch nicht wirklich aufgefallen. Ich hatte vermutlich auch sehr intensiv mit mir selbst und dem Gesundheitszustand meines Vaters zu tun. Der goldene Herbst ist ja im vollen Gange. Am gestrigen sehr sonnigen aber doch frostigen Tag, sah ich dann bewusst wie sich der Wald bereits verfärbt hat. Trotz der starken Schmerzen, – besonders im linken Fuß -, entschloß ich mich kurzfristig zu einem kleinen Spaziergang.
Wenn man in Klein Berkel wohnt, gibt es zwei potenzielle Ziele für einen Waldspaziergang.
Der Klütwald oder der Ohrberg. Beide sind zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Da der Klütwald dann aber doch ein Stück weiter entfernt ist, wählte ich den Ohrbergpark.
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Der Beginn der Wanderung geht durch Häusersiedlungen über asphaltierte Strassen. Das ist nicht so angenehm, doch nach etwa 15 Minuten bin ich bereits am Waldrand. Der Blick führt weit herüber bis nach Groß Berkel. Der Klütwald sowie der angrenzende Riepen leuchten rötlich bunt in der Mittagssonne.
Wie lange ich schon nicht mehr hier war. Vor der Operation war es mir kaum möglich einen so ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. In den Tagen vor den starken Schmerzen im linken Fuß waren Jasmin und ich einmal in Wangelist unterwegs gewesen. Ich gehe noch wenige Schritte weiter und bin auch schon oben, mitten im Ohrbergpark. Viele Besucher treffe ich heute nicht an. Zur Rhododendron-Blüte ist hier an den Wochenende eine halbe Völkerwanderung anzutreffen.
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Heute habe ich den gesamten Park für mich alleine. Ich gehe die große Schleife entlang der Aussichtskante. Mein Blick fällt auf die unter mir dahin fließende Weser, das Dorf Ohr sowie die Gemeinde Emmerthal mit dem im Hintergrund liegenden Kernkraftwerk Grohnde. Überall das bunte Laub. Zum Teil noch auf den Bäumen und Sträuchern, aber auch schon sehr viel auf dem Boden liegend.
Hier und da komme ich an Esskastanien vorbei. Die Maronen liegen rotbraun leuchtend zwischen dem trockenen Laub. Nachdem ich am Ende des Parks oberhalb der Solarforschungsanstalt angelangt bin, drehe ich um und gehe den breiten Hauptweg wieder zurück. Ein weiterer leichter Anstieg liegt nun vor mir.
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Überall liegt das bunte Laub teilweise zentimeterdick auf dem Boden. Beim hindurchgehen raschelt es unter meinen Wanderschuhen. Im oberen Teil des Parks fällt kaum Sonne durch die Bäume. Noch ein paar hundert Meter, und ich komme oberhalb der Ohrbergsiedlung zurück in bewohntes Gebiet. Über die Strasse “Kiefernhain” und Grabbestrasse geht es jetzt immer nur bergab. Noch einmal fällt mein Blick auf den gegenüber liegenden Klütwald. Noch immer leuchten die bunten Laubbäume in den herbstlichen Farben. Die Sonne meint es noch einmal gut.
An den windgeschützten Stellen ist es angenehm warm, doch im Schatten und an Stellen wo der Wind weht ist es schon merklich kühl geworden. Am unteren Ende der Grabbestrasse gehe ich noch ein kleines Stück entlang der Humme bis zum Birkenweg.
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Hier ist mein kleiner herbstlicher Spaziergang nun zu Ende. Es ist sehr anstrengend mit diesen Schmerzen einen Fuß vor den anderen zu setzen. Und dennoch war es erholsam. Nicht für den Körper, – nein für die Seele war es wichtig.
Damit man das alles wenigstens einigermaßen ertragen kann. Kraft tanken wann immer es geht. Sauerstoff inhalieren und den Kreislauf auf touren bringen. Für die Genesung ist auch so etwas wichtig, – auch wenn mich dieser Kraftakt um einige Tage zurückwerfen wird.
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Doch das war es mir wert. Bevor die schmuddelige Zeit des Winters im Weserbergland beginnt. Meist ohne Schnee, viel Regen und Feuchtigkeit.
Im bunten Herbst zeigt die Natur vor dem langen Winterschlaf noch einmal sehr intensiv wie schön und prachtvoll sie sein kann. – Wir sollten auch sehr bewusst hinsehen und sie wahrnehmen.
Trotz all den Problemen, Terminen und anderen Ablenkungen des Alltags.
































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