42. KW, Montag früh um 5:25 Uhr. Jasmins Urlaub ist zu Ende. Mein Vater sagte am Samstag bei unserem Besuch auf der Intensivstation: “…dann ist das schöne Leben wieder vorbei…”
Recht hat er. Ich war am Samstag mit Jasmin und meiner Mutter bei ihm zu Besuch. Er wurde sogar aus dem Bett “geholt” und für etwa 60 Minuten auf einem Stuhle gesetzt. – Dort geht es weiter ganz langsam aufwärts.
Ich kann nicht mehr
Bei mir sieht es allerdings nicht so toll aus. Jeden Tag verschlechtert sich mein Zustand. Gestern Abend habe ich es vor lauter Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, der Beine und des linken Fußes nicht ausgehalten. Ich nehme immer mehr Schmerzmittel, – dabei war doch eigentlich der Plan nach der Operation endlich von diesem “Gift” los zu kommen. Leider helfen die Tabletten kein bisschen.
Schmerzen, – der alte Dämon, jeden Tag wird es schlimmer, dabei war auch hier der Plan, durch die Operation diese Sch…schmerzen endlich los zu werden. In beiden Fällen ist der Plan zur Zeit nicht aufgegangen.
Ich werde wach als Jasmin aufsteht. Zwei Mal war ich in dieser Nacht aufgestanden. Das erste Mal um 0:36 Uhr. Gerade einmal zwei Stunden hatte ich da geschlafen. Der nächste Schlafstop dann gegen 4:00 Uhr. Um 6:00 Uhr halte ich es nicht mehr aus. Mein linke Fuß brennt und schmerzt. Ich kann nicht auftreten. In meinem Rücken spüre ich die zwei Wirbel in die die Bandscheibenprothese nun einwachsen muss. Auch sie schmerzen äußerst unangenehm. Dazu kommen noch die Beine.
Mir geht es schlechter als vor der Operation
Ich quäle mich durch die Wohnung. Jasmin sitzt bei einer Tasse Kaffee und der Tageszeitung auf dem Sofa im Wohnzimmer. Sie ist schon fast durch und überreicht mir die ersten drei Bücher der Zeitung. Ich mache mir einen Kaffee und setze mich an den Küchentisch. Was ist denn in den vergangenen zwei Tagen passiert. Auf der Welt und auch im Umkreis.
Nachdem Jasmin das Haus verlassen hat, mache ich mich sofort auf den Weg zu meinem Hausarzt. Die Schmerzen im linken Fuß lassen mir keine Ruhe.
Jeder Schritt schmerzt
Als ich dort eintreffe sitzt das Wartezimmer voll. Von zehn wartenden Patienten sind acht am Husten und Schnauben. Erkältungszeit!
Das fehlt mir jetzt auch noch, dass ich mich hier noch anstecke, und dann auch noch niesen, schnauben und husten muss. Als ich dran bin sehe ich am Gesichtsausdruck des Arztes, dass er einigermaßen ratlos ist. Nervenschmerzen vom Heilungsprozess der Operation könnten es sein. Eine Thrombose kann definitiv ausgeschlossen werden. Ist ja klar das er nicht Hellsehen kann, wichtig war mir, dass es keine Komplikation in Verbindung mit dem Clexane ist. Am Mittwoch bin ich wieder bei ihm wegen der Wundkontrolle sowie der Blutuntersuchung. Vielleicht hat sich die Situation bis dahin bereits verändert. Ich erhalte ein Schmerzmittel, dass gegen Nervenschmerzen helfen soll. Okay, noch ein Schmerzmittel.
Wenn’s hilft.
Also watschel ich zurück nach Hause. Dort nehme ich sofort eine Tablette und erwarte sehnsüchtig die Wirkung. – Und warte. – Und warte.
Nun sind bereits drei Stunden vergangen, – die Schmerzen haben sich allerdings nicht verändert. So ist das im Leben, ich wollte ein Problem beheben lassen, und habe die Rückenschmerzen behalten, die Beinschmerzen sind jetzt sowohl rechts und links, und der linke Fuß schmerzt bei der kleinsten Berührung der Fußsohle so stark, dass ich den ganzen Tag die Tränen in den Augen habe.
Wirkungsvolle Schmerzmittel wird es geben, doch warum erhalten die betroffenen Patienten diese Mittel nur in den seltensten Fällen?
Es hilft alles nichts, zur Zeit ist das mein Schicksal. Hoffentlich ist diese Situation nur vorübergehend während des Heilungsprozesses, sonst habe ich mit Zitronen gehandelt.


























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