11. postoperativer Tag
Nachdem gestern Jasmin ganz überraschend zu Besuch gekommen war, und wir ein wenig die Promenade von Sahlenburg entlang geschlendert sind, habe ich mich heute dazu entschlossen das spätsommerliche Wetter für eine Wanderung nach Duhnen zu nutzen.
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Kurz nach dem Mittagessen mache ich mich fertig für die Wanderung. Direkt zwischen Klinikgelände und dem Meer verläuft der Rad- und Wanderweg. Er soll direkt nach Duhnen führen. Eine Strecke von 4,5 km liegt vor mir, so suggeriert es der Wegweiser. Bei diesem herrlichen Wetter sind sehr viele Menschen auf dem Ausflugweg unterwegs. Ich treffen Inlineskater, Radfahrer und natürlich Spaziergänger an. In beiden Richtungen sind Touristen, Einheimische und auch viele Hundebesitzer unterwegs.
Es ist warm
Dort wo kein Lüftchen weht und kein Baum oder Strauch Schatten spendet, ist es heute noch einmal richtig sommerlich. Ich fühle mich beinahe wie im Urlaub. Die Bauchstützbinde und mein noch leicht schmerzendes rechtes Bein erinnern mich, zusammen mit den schicken Thrombosestrümpfen allerdings schon noch daran, dass ich erst vor gut einer Woche an der Lendenwirbelsäule operiert worden bin. Eine Prothese aus Titan ist nun an der Stelle, wo vorher meine total verschliessene Bandscheibe war.
Ein Aussichtsturm
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Nach etwa 15 Minuten Fußmarsch erreiche ich einen hölzernen Aussichtsturm. Von ihm hatte Frank am vergangenen Wochenende berichtet. Seine Frau und Kinder waren zu Besuch, und sie waren auch bereits hier her unterwegs gewesen. Von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick herüber nach Neuwerk. Heute spielt das Wetter ja mit, nur leider ist die Fernsicht nicht sehr gut. Die kleine Insel liegt im Dunst und ist kaum auszumachen. Trotzdem sieht man den Besucherstrom der zu Fuß, auf dem Rücken von Pferden oder im Pferdewagen auf dem Weg nach Neuwerk sind. – Denn es ist Ebbe. Jetzt ist die Insel zu Fuß und beinahe trockenen Fußes zu erreichen. Der genau Weg durch das Watt ist mit kleinen Zweigen markiert.
Endlich wieder mobil
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Ich gehe weiter Richtung Duhnen. Schritt für Schritt in eine neue Zukunft, in einen neuen Lebensabschnitt. Ohne die beträchtlichen Einschränkungen der vergangenen Monate. Immer mit Schmerzen, immer Einschränkungen in der Lebensqualität. Irgendwie lasse ich mit jedem Schritt diese noch sehr nahe Vergangenheit weiter hinter mir. Als der Weg etwas nach rechts biegt, sehe ich in noch weiter Entfernung eine Stadt. Das muss es sein, – Duhnen. Der Weg füllt sich immer mehr mit Menschen, je näher ich nach Duhnen komme. Dann die ersten Häuser, – Ferienappartements direkt hinterm Deich.
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Als ich nach 60 Minuten Fußweg die Strandpromenade erreiche, habe ich wieder einen neuen Abschnitt im Genesungsprozess geschafft. – Ich kann wieder eine Wanderung unternehmen. Eine Wanderung von einer Stunde am Stück. Die Geschwindigkeit ist sicherlich noch nicht auf dem Niveau aus alten Bergwandertagen, aber das wird auch noch mit der Zeit erreichbar sein.
Der Rückweg
Nach kurzer Verweildauer in Duhnen mache ich mich auf den Weg zurück. Alles läuft gut. Sollte ich nun doch Probleme bekommen, könnte ich mit der Cuxibahn, die zwischen Sahlenburg und Duhnen auch auf diesem Rad- und Wanderweg verkehrt, einfach nach Sahlenburg zurück fahren.
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| Bildquelle: Cuxibahn |
Noch immer bewegen sich die Menschenmassen über den Dünenweg entlang. Als ich beinahe wieder den Aussichtsturm aus Holz erreicht habe, fällt mein Blick von erhöhter Position wieder auf Neuwerk. Leider ist noch immer sehr viel Feuchtigkeit in Form von Dunst in der Luft. Daher habe ich keine klare Sicht von Neuwerk.
Klinikgelände ist in Sicht
Als ich dann ca. 150 Meter vom Eingang auf das Klinikgelände entfernt bin, überholt mich die Cuxibahn auf ihrer fahrplanmäßiger Route. Ich habe es ganz alleine auf meinen Beinen geschafft. Von Sahlenburg nach Duhnen und zurück, – am 11. Tag nach der Operation. Mit einer Bandscheibenendoprothese aus Titan.
Ich bin stolz und glücklich.































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