Heute ist der Tag der Wahrheit. Heute stehe ich zum ersten Mal nach der Operation auf. Ich werde auf meinen eigenen Beinen stehen. Gestern hatte ich es bereits versucht, doch mein rechtes Bein, der Schwachpunkt in den vergangenen 11 Jahren, wollte noch nicht so richtig “mitspielen”. Sobald ich mich auf die Beine stellen wollte, knickte das rechte Bein einfach weg und war irgendwie “instabil”.
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Doch heute wird es kein zurück mehr geben. Ich will aufstehen. Es ist sehr früh am Morgen als ich erwache. Beim Blick aus dem Fenster kann ich zwischen den Baumstämmen einen etwas helleren Himmel erkennen. In unserem Zimmer ist es noch ganz still. Auch auf der Station selbst hat das tägliche Routine-Treiben noch nicht begonnen.
Die Pillenschachtel steht auf dem Nachttisch. Die Nachtschwester hat sie noch verteilt. Ich nehme ganz leise meine Bauchbinde und lege sie an.
Vielleicht kann ich ja zur Toilette gehen?
Natürlich ist der Gedanke schwachsinnig. Wenn ich zum ersten Mal aufstehe, dann doch nur mit Unterstützung einer Schwester, eines Pflegers oder Physiotherapeuten und nicht allein mitten in der Nacht.
Zum letzten Mal verwende ich die Urinflasche am Bett. Dann muss ich aber doch wieder ein wenig eingeschlafen sein, denn ich erwache erneut als Dennis herein kommt um uns zu wecken, Temperatur und Blutdruck zu messen. In der vergangenen Nacht muss auch ein Arzt mehrfach am Bett von Frank gewesen sein, denn gestern wurde Frank operiert. Das habe ich aber nur schemenhaft registriert.
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Nachdem Dennis seine Arbeit bei uns erledigt hat, kommt eine Schwester herein. Sie besorgt einen Gehwagen. Nicht ein Rollator wie man ihn von älteren Menschen her kennt, – nein dieser ist so hoch, dass man die Arme ausgestreckt auf Polstern legen kann, und für die Hände Griffe hat. Und schon “schmeißt” sie mich aus dem Bett. Ich gehe ganz vorsichtig Schritt für Schritt in Richtung Badezimmer um mich am Waschbecken zu waschen, zu rasieren und mir die Zähne zu putzen.
Zurück am Bett ziehe ich mir die Sporthose sowie ein T-Shirt an. Nach der Kurzvisite durch Herrn B. werde ich zum Röntgen bestellt. Ich schnappe mir den Gehwagen und schiebe los.
Aus dem Zimmer heraus
Man was bin ich stolz. Schritt für Schritt geht es voran. Ich bin auf dem Stationsflur. Vorbei an den Fahrstühlen, vorbei an der Pflegerischen Aufnahme und ich bin in der Röntgenabteilung.
Nach kurzer Wartezeit bin ich auch schon dran. Ich lege meine Bauchbinde ab, stelle den Gehwagen ab und stehe ohne jegliche Hilfestellung ganz allein auf meinen Beinen und werde geröntgt.
Nach dem ich die Stützbinde wieder umgelegt habe, schiebe ich mit den Bildern mit Hilfe des Rollators zurück zur Station. Auf dem Weg zurück kommt mir der Stationsarzt entgegen und wirft gleich mit mir auf dem Flur einen Blick auf die Aufnahmen.
Die Prothese sitzt absolut korrekt!
Als ich zurück im Zimmer bin, kann es Dieter nicht fassen, dass ich gleich nach dem ersten Aufstehen gleich mit dem Rollator zum Röntgen gegangen bin. Ich fand das in Ordnung, schließlich heißt es jetzt schnell wieder “in Gang” und auf die Beine zu kommen.
Jetzt lege ich mich aber gleich wieder hin. Ist doch etwas anstrengend. Schmerzen habe ich nicht. Heute Nachmittag werde ich noch einmal einen kurzen Spaziergang unternehmen.
Nach dem Mittagessen liegt man im Bett und ruht, wie Dieter es nennt. Als es dann den Kaffee am Nachmittag gegeben hat, mache ich mich auf den Weg durchs Krankenhaus.
Zur Toilette war ich ja bereits zwei oder drei Mal gegangen, – nun geht es den Flur entlang aus der Station.
Mit jedem Schritt wird es besser.
Die ersten Schritte am Morgen waren noch sehr beschwerlich, – außerdem vermisste ich noch die “Sicherheit”.
Nun ist das allerdings schon eine andere Sache. Ohne Hilfe des Rollators gehe ich auf meinen Beinen. Ich will es nicht übertreiben doch ich bin sehr stolz auf mich.
Gegen Abend bekomme ich Besuch. Jasmin ist mit der Bahn gekommen und bleibt bis Sonntag. Die Klinik hat ein Gästehaus direkt auf dem Gelände. Da gibt es viel zu erzählen. Jasmin erzählt von zu Hause, – ich erzähle von der Operation, dem Heilungsverlauf und den Genesungsfortschritten.
Sonntag haben wir uns einen Spaziergang an den Strand vorgenommen. Jasmin belächelt das etwas und glaubt das wohl eher nicht, aber es wird genau so kommen.
Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Ich hoffe die Fortschritte gehen weiter!




























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